Nach tödlichem Unfall

Regisseur startet Petition für Verbannung echter Waffen von Filmsets

Nach dem tödlichen Schuss auf eine Kamerafrau bei Dreharbeiten zum Western "Rust" werden in der Filmbranche die Stimmen lauter, in Zukunft komplett auf echte Waffen zu verzichten.

Es ist eine tragische Zäsur für die gesamte Filmwelt: US-Schauspieler Alec Baldwin erschoss vergangenen Donnerstag wohl aus Versehen eine Kamerafrau am Set des Western "Rust" mit einer Requisitenwaffe. Hat der Tod von Halyna Hutchins nun Folgen für die Filmwelt? Eine wachsende Zahl von Filmemachern und Stars setzt sich für einen sicheren Umgang mit Waffen ein – und fordert diesen nun auch in einer Petition. Gestartet wurde die Petition von Regisseur Bandar Albuliwi auf change.org. Mittlerweile wurde sie von mehreren Hollywoodstars geteilt, am Dienstagmorgen um 8.15 Uhr hatten bereits 31.500 Menschen unterschrieben.

"Wir müssen dafür sorgen, dass sich eine solche vermeidbare Tragödie nie wieder ereignet", fordert Albuliwi im Beschreibungstext. "Im 21. Jahrhundert gibt es keine Entschuldigung dafür, dass so etwas passieren kann", bezog sich der Regisseur unmittelbar auf den tödlichen Vorfall mit Baldwin. "Echte Waffen werden an den Drehorten von Filmproduktionen nicht mehr benötigt. Wir befinden uns nicht mehr in den frühen 90er-Jahren, als Brandon Lee auf die gleiche Weise getötet wurde." Nun müsse sofort ein Umdenken her: "Es muss sich etwas ändern, bevor noch mehr talentierte Menschen ihr Leben lassen müssen", so Albuliwi.

Bandar Albuliwi kannte das Opfer persönlich: Der 36-Jährige war Halyna Hutchins von der gemeinsamen Zeit in der Filmakademie bekannt. An Alec Baldwin, der den tödlichen Schuss abgab, richtete er eine unmittelbare Bitte: Baldwin solle alles tun, was in seiner Macht stehe, damit ein solches Unglück sich nicht wiederholen könne.

"Bitte unterschreiben Sie diese Petition und fordern Sie Alec Baldwin auf, seine Macht und seinen Einfluss in der Hollywood-Filmindustrie zu nutzen, um Veränderungen herbeizuführen und echte Waffen an Filmsets zu verbieten", schrieb Albuliwi. "Wenn wir schon bei diesem Thema sind, wäre dies ein guter Zeitpunkt, um über die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Filmindustrie (sowohl in Hollywood als auch bei Independent-Filmen) zu sprechen", fügte der Regisseur hinzu.

Wie es mit "Rust" weitergeht, ist unklar

Inzwischen äußerten sich auch mehrere Filmemacher zur Problematik. So erklärte etwa Eric Kripke, Showrunner der Amazon-Serie "The Boys", fortan solle es an seinen Sets keine echten Waffen mehr geben. In der 3. Staffel von Kripkes Serie spielt auch Jensen Ackles mit, der zum "Rust"-Cast gehört und am Tag des Unfalls am Set war. Regisseur Craig Zobel ("Mare of Easttown") teilte mit, es gäbe keinen Grund mehr, Waffen mit Platzpatronen oder ähnliches zu nutzen und sie müssten verboten werden. Bei "Mare of Easttown" seien bereits alle Schüsse digital.

Ob für den Film "Rust" in welcher Form auch immer noch einmal Schüsse zu hören sein werden, ist unklar. Offiziell spricht man zwar nur von einer Unterbrechung der Dreharbeiten, doch es ist möglich, dass der Western nie vollendet wird. Ein Statement der zuständigen Produktionsfirma liegt dem Branchenblatt "Variety" vor und besagt, dass die Dreharbeiten mindestens bis zur vollständigen Untersuchung des Vorfalls ruhen. Die Produzenten ständen mit der Familie der Verstorbenen in Kontakt. Obwohl man zutiefst traurig sei, "ist dies im Moment vielmehr eine Pause als ein Ende".


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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